Am 27. Januar ist der Internationale Tag* des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Dieses Jahr, 76 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, wird der Gedenktag weltweit mit zahlreichen Online-Veranstaltungen begangen. Wir werfen einen Blick auf einige der Gedenkveranstaltungen in Europa.

In Deutschland hält der Bundestag seit 1996 eine Gedenkstunde zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus ab. Zu den Gastrednern der vergangenen Jahre gehören u. a. Elie Wiesel, Jorge Semprún, Simone Veil, Schimon Peres, Marcel Reich-Ranicki, Anita Lasker-Wallfisch und Saul Friedländer. Dieses Jahr werden die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, und die deutsch-ukrainische Publizistin Marina Weisband vor dem Plenum das Wort ergreifen. 

Die Gedenkstunde kann am 27.1. ab 11.00 Uhr auf bundestag.de verfolgt werden.

In Österreich laden die Freunde von Yad Vashem zu einer Lesung mit dem Schauspieler Karl Markovics ein. Er wird Ausschnitte aus Gideon Greifs Buch Wir weinten tränenlos — Augenzeugenberichte des jüdischen „Sonderkommandos“ in Auschwitz vortragen. Die Veranstaltung wird am 27.1. ab 10.00 Uhr auf dem YouTube-Kanal der Organisation zu sehen sein. 

Nachstehend drei Veranstaltungen aus Dänemark, Schweden und Norwegen.

In Dänemark organisieren das Jüdische Museum und die Stadt Kopenhagen eine Gedenkveranstaltung anlässlich des „Auschwitz-Tages“, wie der Gedenktag in Dänemark heißt. Bei der Veranstaltung, die am 27.1. zwischen 19.00 und 20.15 Uhr auf der Facebook-Seite des Museums gestreamt wird, sprechen unter anderem der dänische Justizminister Nick Hækkerup, Birgit Krasnik Fischermann, Überlebende des KZ-Theresienstadt, sowie die Botschafter aus Israel, Norwegen und Albanien. Für den musikalischen Rahmen sorgt Goldschmidts Musikakademi.

In Schweden (Borås) wird am 27.1. eine Gedenkveranstaltung unter dem Titel „Stimmen des Holocaust“ abgehalten. Die Online-Übertragung beginnt um 18.00 Uhr und kann auf Facebook und YouTube verfolgt werden. Auf dem Programm stehen u. a. eine Ansprache von Ministerpräsident Stefan Löfven und ein Vortrag des Schriftstellers Bernt Hermele zum Thema „Berichte über den Holocaust“. Susanne Sznajderman-Rytz wird den Dokumentarfilm „När rösterna tystnar“ (Wenn die Stimmen verstummen) vorstellen.

In Norwegen wird der Gedenktag von HL-senteret organisiert, dem norwegischen Zentrum für Holocaust- und Minderheitenstudien. Die Veranstaltung wird am 27.1. ab 15.00 Uhr auf hlsenteret.no gestreamt. Von Regierungsseite werden Ministerpräsidentin Erna Solberg und Integrationsministerin Guri Melby sprechen. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Ervin Kohn, wird ebenfalls eine Ansprache halten. Die Veranstaltung schließt mit dem von Kantor Amichai Davidovich vorgetragenen Gebet „El male rachamim“.


* Der Internationale Holocaust-Gedenktag wurde 2005 von den Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau initiiert.

Forrest R. WhitesidesCC BY-SA 3.0